
Petra hat mich vorgestern angerufen und mir gesagt, dass sie sich echte Sorgen um Robert macht. Sie hat mich gebeten, ob ich nicht mal mit ihm reden könnte. Er schliesst sich zuhause ein und beantwortet nicht mal ihre Telefone. Auf Facebook konnte sie allerdings diesen Flash lesen. "Bin wieder available." Und dann hat er das Foto dieses silbergrauen Porsche Carreras gepostet.
Ich habe die Anzeige unter Autoscout24 gefunden. Ein Porsche Carrera 1999 mit 100'000 Kilometern, für 49'900 Franken, finanziert von der GE Money Bank. Dieser Verrückte will ja wohl nicht dieses Auto kaufen. Ich hatte echt keine Lust ihn anzurufen. Aber es ist auch nicht meine Art, Jemanden dem es mies geht einfach hängen zu lassen.
Zu meiner Ueberraschung hat er das Telefon gleich abgenommen. Keine Spur von Depression. Ganz im Gegenteil: „hey Kurt wie geht’s dir? Cool dass du anrufst. Bin gerade auf dem Sprung, was kann ich für dich tun? Hey hast du gesehen, die Porsches kannst du jetzt zu einem Schleuderpreis kaufen, vor allem die Cayennes. Das haben wir diesem Arsch, diesem Wirtschaftskiller und Gutmenschen diesem Bastien Girod mit seiner Stop Offroader Initiative zu verdanken. Gestern habe ich so einen idiotischen Brief von denen erhalten, wo sie meinen Cherokee als Dreckschleuder bezeichnen. Wenn ich dem auf der Strasse begegne, polier ich ihm die Fresse. Was bildet der sich ein, er wäre der einzige anständige Mensch auf dieser Erde? Was für ein arrogantes Arschloch.“
„Hey Robert, kann ich was für dich tun“.
Ja, meint er, ein Kumpel von mir veranstaltet am Samstag eine heisse Party in seiner Villa in Herrliberg. Du hast doch sicher ein paar Viagras bei dir. Weißt du, da gibt’s so tolle Weiber und ich möchte einfach Fun haben. Uebrigens, ich ruf dich zurück, muss weg. Bis bald.“ Weg ist er.
Ich frage mich, hey, wer ist hier der Arsch? Wie kommt der auf die Idee, dass ich Viagras habe, bloss weil ich über 50 bin? Na, was Gutes hat’s ja, gibt ne gute Story für meinen Blog.






