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Mittwoch, 10. Februar 2010

die zweitbeste business building idea

Die zweitbeste Business Building Idee stammt von ML, 34, aus Wittenberg. Seine Idee lautet, dass man in den Himmel kommt, ohne dass man dafür bezahlen muss. Quasi gratis, nicht ganz unähnlich dem Gratisinternet, im Gegensatz zur bezahlten Information, wie zB. der Tageszeitung oder den TV- und Radiogebühren.

Die Idee war so wirksam, dass die Leute bereit waren, aus ihrem Verein auszutreten, wo sie bisher für den Eintritt ins Paradies zahlen, leiden oder arbeiten mussten und in Scharen zu ML übergelaufen sind. Man kann von einem eigentlichen Tipping Point sprechen. Noch heute, 500 Jahre nach ihrer Erfindung, hat die Idee einen Marktanteil von mehr als 40% .

Es gibt Ähnlichkeiten zwischen der BBI der Katholiken dem Ablasshandel und der von ML. Beide brauchen kaum Investitionen, keine Fabriken, keine Rohstoffe, und beide haben tief Logistikkosten. Alles was es braucht ist ein hohes Werbebudget, Events, Veranstaltungen und one-to-one Marketing.

Sonntag, 7. Februar 2010

Business Building Ideas

Ich hatte kürzlich ein Gespräch mit einem meiner Freunde - Maximo, dem besten Networker, den man sich vorstellen kann. Es gelingt ihm mit Leichtigkeit Hunderte von Leuten zusammenzubringen. Er hat ein phänomenales Namensgedächtnis und es gelingt ihm immer und jederzeit mit jedem CEO telefonisch verbunden zu werden, auch wenn ihn der CEO nicht kennt.

Man müsste nun glauben, dass einer solchen Person die Welt offen steht, dass Alles und Jedes möglich ist. Doch weit gefehlt, ohne Idee ist Networking ein hohles Gefäss. Was es braucht sind Ideen. Business building ideas. Die beste business building idea in der Geschichte der Menschheit hatte ein erfinderischer Geist im 12. Jahrhundert. Er hat eine eigentlich Geldgenerierungsmaschine erfunden - mit dem Ablasshandel

Man muss sich das vorstellen, in einer Welt, die von Angst vor der Hölle und der ewigen Verdammnis geprägt ist kommt die Kirche mit der frohen Botschaft, dass für ein paar Tausender alle schlechten Gedanken, alle bösen Taten, jeder Seitensprung, Mord und Totschlag vergeben sind und für ein paar weitere Tausender ergattert man sich ein Plätzchen auf einem schönen Wölkchen mit Aussicht.

Auf so eine Idee muss mal jemand kommen.

Donnerstag, 23. April 2009

Sind wir bloss Schimpansen?












Ich habe im Zug an meinem heutigen Blog geschrieben, als mich ein älterer Herr anspricht: „Sind Sie Journalist“?

„Nicht schlecht geraten, aber was ähnliches. Ich arbeite in der Werbung“.

„Aha, Sie haben also diese Ideen, die man dann im Fernsehen vor der Tagesschau sieht! Ich selber bin überhaupt nicht kreativ“.

Dies höre ich fast jede Woche einmal. Für mich tönt das so ungeheuerlich, als ob jemand zu mir sagen würde, er wäre ein Schimpanse. Dabei müsste man richtigerweise sagen. Ich bin zwar kreativ, nutze diese Fähigkeit aber zu wenig, ja ich lass es sogar zu, dass diese verkümmert.

Es ist nicht bloss die Moralvorstellung, die uns von den Tieren unterscheidet, die Fähigkeit Gesetze zu erfassen und Abtrünnige zu bestrafen, oder Dingen eine Bedeutung zu geben, die sie nicht haben, zum Beispiel einen amerikanischen Hummer zu fahren, in der Meinung, besonders männlich zu wirken.

Nein. Es ist die Fähigkeit kreativ und innovativ zu sein, die das Menschsein ausmacht. Oder würden Sie über Ihren Hund sagen; Schatz, unser Struppi hat heute nachmittag die Idee gehabt, statt den Hundebisquits unser Kaninchen zu fressen?

Die Wissenschaft tut sich sehr schwer mit der Frage, ab welchem Zeitpunkt wir den Schritt vom Tier zum Menschen vollzogen haben, dabei lässt sich dies auf Stunden und Minuten festlegen. Es ist der Moment, wo ein Raubtier seinen Instinkt überwinden konnte und eine eigene unverschämte Idee hatte: zum Beispiel die, statt selber einer Antilope hinterherzujagen, dies dem Weibchen zu überlassen und sich stattdessen ins duftende Steppengras zu legen und dem Summen der Insekten zu lauschen.

Diese Entdeckung war wie eine Befreiung, welche den Weg frei zum Beispiel die Entzündung des Feuers und Jahrtausend später zum Beispiel die Biotechnologie.

Mit diesem Ereignis, an diesem Tag, fand der Wandel vom Tier zum Menschen statt, und gleichzeitig wurde die nachhaltigste und kraftvollste Energiequelle erschlossen, die auch nach Jahrtausenden noch freudig und ergiebig sprudelt.

Samstag, 7. März 2009

ZEIT FÜR WAS NEUES










Krisen treffen wie ein Hammerschlag. Die erste, an die ich mich erinnere war die Kuba Krise. Dann der Mauerbau. Der 6 Tage Krieg, Vietnam. Das Oelembargo. Die Wirtschaftskrise 1981/83, Einmarsch der Irakis in Kuweit, 9/11. Alles Momente, wo ich glaubte, dass die Zukunft vorbei war, bevor sie angefangen hatte.

Allerdings hinterliessen diese Krisen kaum Spuren in der Schweiz. Der Wohlstand stieg. Der CEO von Swissair Technik brachte es auf den Punkt, als er mir sagte, wenn immer in der Welt eine Krise herrscht, werden wir in der Schweiz etwas reicher. Bei Swissair Technik äusserte sich das in mehr Wartungsaufträgen. Die Schweiz galt als Wunderland, mit einer starken Management Elite.

Mit dem Grounding der Swissair strandete allerdings dieser Mythos, beschleunigt durch das Wanken der UBS und der Swiss Re, Unternehmen welche zwar Swissness predigten wie Sorgfalt und Bescheidenheit, sich als Managementteam allerdings über alle Masse bereicherte, bei schlechten Leistungen.

Etwas Grundlegendes hat sich geändert. Wir werden mit den Krisen nicht mehr reicher. Unser Sonderstatus war vom Goodwill der Weltgemeinschaft abhängig und dieser bröckelt.

Die Gute Nachricht: Unser Wohlstand hängt nicht davon ab, dass wir Steuerhinterzieher und -Betrüger Schutz vor Strafverfolgung gewähren, während wir die wirklich Schutzbedürftigen ausweisen.

Wir haben eine gut gebildete innovative Bevölkerung. Mit Elan und Eifer können wir jedes Ziel erreichen. Die Schweiz ist in einem gewaltigen Umbruch. Jetzt ist die Zeit gekommen mit zu gestalten und uns nicht stoppen zu lassen. Vieles bricht auseinander. Neues entsteht.

Vertrauen wir auf unsere eigenen Kräfte. Mobilisieren wir die nachhaltigste Energiequelle, über die wir alle verfügen, um im Grossen und Kleinen etwas zu bewegen.

Dienstag, 3. März 2009

Unsere Arbeit lässt sich mit der eines Trüffelschweines vergleichen











Heute, um 20.30 hat sich die 600. Leserin auf new-ecology.blogspot eingeloggt. Ich kenne ihren/seinen Namen nicht. Aber ich nehme an, dass sie das was ich schreibe interessiert. Und so besteht ganz automatisch eine gewisse Verbundenheit. Dies ist also ein angemessener Ort, unsere Pläne vorzustellen. Stück für Stück.

Die Frage stellt sich, was macht man, wenn man Jahre lang eine grosse Werbeagentur geleitet hat?

Zuerst mal eine lange Pause. Es tut gut, mal nicht von Termin zu Termin rennen zu müssen, für alles nur gerade ein bisschen Zeit zu haben, nie genug. Immer etwas zu spät in Meetings zu erscheinen und diese immer etwas vorzeitig verlassen zu müssen. Die Gespräche dann beenden zu müssen, wenn eigentlich ein Durchbruch zu erwarten wäre und eine wirkliche Beziehung hätte entstehen können.

So haben wir uns einiges vorgenommen: Wir möchten in Zukunft sorgfältiger arbeiten, besser und intensiver zuhören, mehr Zeit haben, um den Dingen wirklich auf den Grund zu gehen, nicht einfach überfliegen. Wir haben uns vorgenommen, nicht Ruhe zu geben, hartnäckig zu sein, bis das Ziel erreicht ist.

Ja, ich weiss, ich weiss, es ist ein hoher Anspruch und vielleicht wird es nie gelingen, nicht in diesem geplanten Umfang, aber zumindest teilweise. Versuchen müssen wir es, zusammen mit Freunden und Partnern, die von der Absicht getrieben sind, aus der Routine auszubrechen und Excellence anstreben. Und wer immer hier von meinen Lesern Talent hat, ist eingeladen mitzudenken.

Standort ist das Operations Center am Flughafen Zürich. Das Ops Center ist der Flughafen der Airline Crews. Hier checken Piloten und Flight Attendants ein. Hier planen sie die Flugroute, orientieren sich über die neuste metereoloigsche Entwicklung. Es ist an diesem Ort, wo wir in den kommenden Monaten planen, wie so ein Unternehmen aussehen soll, ein Unternehmen das nach Gold schürft und Trüffel aufspürt, im übertragenen Sinne natürlich.

Alles weitere später.

Mittwoch, 25. Februar 2009

Unser Gold











Unser Gold sind nicht die Berge von Barren, die unter dem Zürcher Paradeplatz gebunkert sind, oder die Hunderte von Milliarden von Vermögen der amerikanischen Steuerflüchtlinge in unseren Grossbanken. Die heutige Situation zeigt, wie hinfällig und kurzfristig diese Dinge sind.

Unser Gold sind unsere Kinder und unsere Jugendlichen, ihre Kreativität, ihre Lust Neues zu schaffen, zu entwickeln, zu forschen und damit mitzuhelfen, die Schweiz ganz vorne zu halten als Lebensraum und als Wirtschaftsstandort.

Es ist bedauerlich, dass keine Partei in der Schweiz direkt und unmittelbar für diese Zukunft eintritt. Erfreulich ist allerdings dass dennoch 59% der Bevölkerung gemäss Umfrage von Perspektive Schweiz der Meinung ist, dass der Staat kulturelle und sportliche Jugendinitiativen stärker finanziell unterstützen soll.

Aufschlussreich erachte ich die Auswertung im Hinblick auf die SVP Anhänger. Die SVP offenbart sich hier als die Partei der Vergangenheit. Nicht der Zukunft. SVP Anhänger sind durchaus für Investitionen in Erziehung und Ausbildung. 79% der SVP Anhänger sind dafür, dass man jugendliche Straftäter in streng geführte Erziehungsanstalten, spezielle Drillcamps steckt, die erst noch gebaut werden müssten, aber nur 34% von ihnen sind der Meinung, dass es zusätzliche staatliche Ausgaben im Bereich Jugendkultur und Sport braucht.

Freitag, 20. Februar 2009

Hilfe. Jean Ziegler will die Schweizer Grossbanken demontieren


Jean Ziegler hat sich seit Jahren dagegen gewehrt, dass korrupte machtgierige Politiker ihr Geld in der Schweiz horten, während ihr Volk hungert. Heute ist es der amerikanische Staat, der es amerikanischen Milliardären erschweren will, ihr Vermögen in der Schweiz vor den Steuerbehörden zu verstecken, während Millionen von Amerikanern in der Armut leben.

Ironischerweise war es aber nicht Jean Ziegler, der das Schweizer System der Grossbanken demontierte, sondern die Arroganz der Bankelite selber: Und schlussendlich die Finma.

Es ist nun allerdings Zeit einen Schlussstrich hinter diese Affaire zu setzen. Zu lange haben wir uns wie in einer Monokultur verhalten. Die Banken waren unser Zuckerrohr und haben unsere Volkswirtschaft mit Wohlstand versorgt.

Wir haben in der Schweiz noch so viel andere Qualitäten. Es ist an der Zeit unsere Fixierung auf die Banken aufzugeben. Wir sind ein reiches Land. Reich an Vielfalt, an Geist, an Innovationskraft. Nutzen wir die nachhaltigste Quelle, die Kreativität um eine erneuerte Finanzbranche hervorzubringen und eine vielfältigere Wirtschaft.

Montag, 16. Februar 2009

Tu, was du schon immer tun wolltest















Ich kenne viele Leute, die glücklich sind in ihrem Job. Heinrich, zum Beispiel der Schreiner hier oben in Fanas. Jedes mal, wenn er hier am Haus was umbaut, pfeift er und wenn man ihm auf der Strasse begegnet winkt er. Ich kenne leider aber mehr Leute, die unzufrieden sind, weil man ihnen in ihrer Arbeit keinerlei Spielraum lässt. Nichts raubt so viel Energie, als sich dauernd anpassen und kuschen zu müssen. Dabei liegt es an uns, dies zu ändern.

Es sind nun einige Monate verstrichen, seit ich nicht mehr Chef der Werbeagentur Lowe Schweiz bin. Mein letztes Jahr bei Lowe gehört zu den drei erfolgreichsten. Anfangs 2007 waren wir 25 Mitarbeiter. 12 Monate später 70, zusammen mit den Mitarbeitern von DraftFCB. Es war eine anstrengende Zeit, mit der Integration der besten Kunden und Marken, die man sich vorstellen kann; Cailler, BMW, Valser Wasser, Cablecom und Helvetic Tours und Neugeschäft von Coca Cola. Ich denke mit Freude an diese Zeit zurück und an das fantastische Team, das diesen beispielhaften Aufstieg möglich gemacht habt und an die Kunden, die unserem Team Vertrauen geschenkt haben.

ich werde immer wieder gefragt, was ich als nächstes vorhabe. Ich denke, dieser Blog ist eine gute Plattform, um meine Pläne zu enthüllen. Tatsächlich habe ich einen konkreten Plan, den ich hier bald vorstellen werde. Als erstes dann wohl den Standort. Er sagt einiges über die Business Idee aus. Bleib dran.

Mittwoch, 11. Februar 2009

Jung im Herzen



















Jedes Mal, wenn ich dieses Bild anschaue, erfasst mich ein Gefühl der Heiterkeit. Es ist lustvoll und spielerisch. Es vermittelt die Unbekümmertheit eines Kindes. Gemalt hat das Bild Cy Twombly, im Alter von 77 Jahren. Er ist einer der bedeutendsten Vertreter des abstrakten Expressionismus.

In unserer traditionellen Vorstellung geht mit dem Altern ein Prozess des physischen und psychischen Abbaus einher. Ich habe in der Werbung so viele Leute gehört, die mir gesagt haben, „ich werde wohl nicht älter als 35 und habe auch keine Lust dazu“.
Es ist sonderbar. Ich frage mich, woher diese Angst kommt, ab 35 seine Kraft und Energie zu verlieren, wo wir in unserem persönlichen Umfeld immer wieder Leute treffen, die mit 70 noch voller Vitalität sind. Und dann gibt es die Stars. Diejenigen, die Kreativität tatsächlich als nachhaltigste Energiequelle entdeckt haben und nutzen. Männer und Frauen, welche die Lust am Entdecken zu ihrem Lebensinhalt gemacht haben und so Giganten geworden sind.

Ich denke da an Picasso, an die Rolling Stones, an die französische Bildhauerin Louise Bourgeois, die letztes Jahr, mit 97 im Guggenheim Museum in New York ausgestellt hat und ein Jahr vorher in der Tate Modern. Ihre Arbeiten haben die Kraft einer 25-jährigen Weltmeisterin in Bodybuilding.

Und dann Tina Turner, sie war 69 als sie letztes Jahr ankündigte, dass sie wieder auf Tournee geht. Innert 2 Minuten war ihr Eröffnungskonzert in Kansas ausverkauft. Nächste Woche tritt sie, wenige Monate vor ihrem 70. Geburtstag im ausverkauften Hallenstadium auf. Keiner kann sich ihrer Energie und Vitalität entziehen.

Dann Francois Mitterand. Er war 72 als er zum 2. Mal zum französischen Präsidenten gewählt wurde, ein Amt das er bis zu seinem 79 Geburtstag innehatte. Er blieb bis zu seinem Tod ein neugieriger raffinierter Sinnenmensch, ein homme des lettres, mit einer unbändigen Lust am experimentieren, mit seinen Grands Projets, die Grande Arche, die gläserne Pyramide im Innenhof des Louvre, die Opéra de la Bastille, la Bibliothèque Nationale de France und das Institut der Arabischen Welt.

Und Mensch, wir sind 30, 40 oder vielleicht 50 oder allenfalls 60. Es gibt noch so viel zu tun und zu entdecken.

Dienstag, 10. Februar 2009

Montag, 9. Februar 2009

Eine kreative Industrie für die Schweiz

Abi Ali Muhammad bin Hassan bin Muqla wurde die rechte Hand abgehackt als er gerade 50 geworden war. Nein er war weder Ladendieb noch Ehebrecher. Er war Mathematiker, Schriftsteller, Naturforscher und Dichter, vor allem aber war er Kalligraph,
Sein Verbrechen: er hat sich getraut, die arabische Schrift zu erneuern. Für religiöse Muslims ist die Schrift etwas Gottgegebenes und ihre Veränderung eine Todsünde. Seit seinem Tod sind zwar über1000 Jahre vergangen und noch immer scheint dieses Urteil im arabischen Raum nachzuklingen in Furcht und Zurückhaltung an der Lust zu Entdecken.

Ein wahrer Geist der Kreativität kann sich an einem Ort der Repression nicht entfalten. Ganz anders in Spanien, etwas später in der Zeitgeschichte, wo zwei zusammenkommende Kulturstile, der arabische und der römische den maurischen Baustil hervorgebracht haben. Ein Beispiel dafür, wie kulturelle Vielfalt zu kreativer Vielfalt führt.

Es scheint so, als ob es Regionen gäbe, wo Kreativität einen besonders reifen Boden findet. Mailand und Paris als Zentrum von Mode und Design. Japan, Indien für eine Art spiritueller Kreativität. Los Angeles für die Entertainment Industry und das Silicon Valley für Engineering. Als Musiker will man wohl nach Berlin. Und was die Werbung anbelangt nach London und New York. Diese Orte haben für Interessierte eine magische Anziehungskraft. Das stimulierende Umfeld hat eine Multiplikatoren Wirkung auf das eigene Potential. Die engagiertesten Mitarbeiter bei Lowe, meiner Werbeagentur wollten alle ins Ausland. Nein, nicht nach Paris, nicht nach Hamburg, nicht nach Rio de Janeiro, nicht nach Delhi. Sie wollten alle entweder nach London oder New York.

Die Schweiz ist auf einem guten Weg zu einem Ort des kreativen Aufbruchs zu werden. So viele Einflüsse kommen hier zusammen. Die SVP verliert ihren Einfluss immer mehr, wie die gestrige Abstimmung zeigt. Die Leute realisieren, dass die SVP mit ihrer Politik der Isolierung der Schweiz schadet. Das kann sich allenfalls ein Christoph Blocher leisten, der seine Milliarden schon im Trockenen hat. Aber für eine junge Generation von aufstrebenden Menschen braucht es mehr Raum. Damit wird auch unsere Wirtschaft vielfältiger. Unser Image war zu lange vom Banking abhängig und von Versicherungen. Das ist fatal. Es ist jetzt Zeit, Kreativität als strategischen und wirtschaftlichen Erfolgsfaktor zu erkennen.

Sonntag, 1. Februar 2009

It takes courage. I know.

Marco Polo in China, 1299







The core theme on this blog is creativity. It is the single most important sustainable source of energy. One that has the power for change.

But what is creativity and where can I find it? Creativity is not the same as having ideas. Having ideas is about doing things. Creativity is a state of mind. Not all ideas are creative. In fact, most are not. Creativity is the capacity to see things in a different way. Out of this - ideas, innovations may arise, art may arise, and new solutions may come up.

In my observation creativity is not a god-given talent. It is something else. What shapes our ability to be creative is the mental, spiritual and physical environment we have decided to live in.

How can you be creative as a bank teller? Handing out money over the counter day in day out, going home at 5, playing in a local football team weekly, watching TV and reading 20minutes on your way to work might make you a reliable, well functioning and responsible citizen. But it kills your creative spirit. This example might look extreme. But look at the routine in your life. Routine and formality is wonderfully relaxing and creates a sense of security but it is chokes your creativity.

Imagine this same bank teller 700 years ago, and imagine he decides to travel with his father the Silk Road to China to visit one of the greatest personalities in history. Can you see how this adventure will impact his creativity?

Is it possible that creativity has more to do with our readiness to accept risk? Is it possible that security and a safe life is a barrier to creativity? I think it is. If you desire to be creative. Wake up, leave your TV alone. Travel to places where others don’t go. Read things that others don’t read. Be with people that other people are not with. Say things that other people don’t say. Eat things that others don’t eat. It needs courage I know.

To be continued.

Sonntag, 18. Januar 2009

Der mächtigste Mann der Welt
















Letzten November haben die Amerikaner einen neuen Chef gewählt. Dieser Mann hat heute seinen ersten Arbeitstag. Es ist ein Mann mit einer unglaublichen Anziehungskraft, einer der an das Potential und die Kreativität seiner Mitarbeiter glaubt, sie fördert und ihnen Raum gibt Grosses zu leisten. Doch nach dem heutigen Inauguration Day sind wir wieder mit dem Alltag konfrontiert. Und im Alltag sind die Haltung und Entscheidungen unseres tatsächlichen Chefs meist einschneidender für unser Leben als die des Präsidenten.

Ich habe in meinem Leben wundervolle Chefs gehabt, echte Visionäre, kreative begabte Leute, echte Charaktere mit Rückgrat. Ich habe aber auch richtige Miesmacher angetroffen, Windfahnen, Egomanen. Hier mein Tipp. Ich habe mir vorgenommen, mir meine Energie und Kreativität nicht rauben zu lassen. Ich habe mir vorgenommen, nicht durch den Kopf meines Chefs hindurchzudenken, sondern mir meine eigenen Gedanken zu machen und meine eigenen Ideen zu finden. Das hat so richtig Zoff gegeben aber auch jede Menge Power. Versuchs mal.

Dienstag, 6. Januar 2009

Werden wir immer weltoffener?


Zhang Hontsu, Saatchi Gallery

Unsere Tochter Camille (20) hat ihrem Bruder Vincent (16) zu Weihnachten ein Jahresabonnement fürs Zürcher Kunsthaus geschenkt. Camille hat selber ein Jahresabo. Ihre Liebe für Kunst kommt nicht ganz überraschend. Schon als Kids haben wir die beiden in die Kunstmuseen mitgenommen. Am meisten beeindruckt hat sie die Saatchi Gallery in London und das Centre George Pompidou in Paris.

Der Gründer der Werbeagentur Saatchi & Saatchi, der heutige Kunstmäzen Lord Saatchi hat mit seinen frischen und gewagten Konzepten wahrscheinlich mehr getan, um jungen Leuten in der Schweiz den Zugang zur Kunst zu ermöglichen als die Stiftung pro Helvetia oder die Schweizer Kulturförderung mit ihren unsäglich schlechten Websites. Aber auch dem ehemaligen Staatspräsidenten George Pompidou dürfen wir Schweizer dankbar sein, dafür dass mit dem Centre Pompidou das Interesse an der Kunst auch in der Schweiz gestiegen ist. Kunst kennt eben keine Landesgrenzen.

Dieses Interesse am internationalen Schaffen auch in der Schweiz entspricht dem heutigen Zeitgeist. Wir haben gelernt, dass uns unterschiedliche Kulturen bereichern, in so vielen Bereichen; in der Musik, in der Literatur, dem Film der Fotografie, der Malerei, aber auch in der Wissenschaft, der Technologie. Kulturelle Vielfalt ist geradezu der Grund und Nährboden für Fortschritt und Entwicklung. Wie jeder weiss. Ausser die SVP.

Mittwoch, 10. Dezember 2008

Anyone can cook


Damit verführt der Star-Koch Auguste Gusteau im Pixar Film „Ratatouille“ einfache Bürger zum stilvollen Kochen. Für den Gastrokritiker Anton Ego ist Gusteau allerdings ein Scharlatan, ein Populist und Verräter an der Kochelite. Mit spitzer Feder zerstört er erst Gusteau’s Ruf und dann sein Leben. Gusteau’s Begeisterung ist dem freudlosen Asketen Anton Ego ein Dorn im Auge. Doch ausgerechnet die Ratte Rémy fühlt sich von Gusteau’s Aufforderung angezogen und kocht. Göttlich.

Anyone can cook ist ein Wake-up Call für all diejenigen, die ihr Talente haben verkümmern lassen, weil sie sich von einem „Anton Ego“ haben kastrieren lassen, sich nichts mehr zutrauen und schlussendlich zu passiven „20 Minuten“- lesenden Couch Potatoes verkümmern, zu Statisten und Apparatschiks in ihrem eigenen Leben.

Der Chefdirigent der Berliner Philharmoniker Sir Simon Rattle zum Beispiel hat mit anscheinend chancenlosen Losern aus den Ghettos von Berlin eine Musik- Tanzperformance geschaffen dass es einem die Tränen in die Augen treibt. Siehe Film „Rhythm is it“.

Oder meine Freundin Vahaira, die in den Slums von New York mit jugendlichen Dropouts Theater macht, so gut, dass es einem kalt den Rücken hinunter läuft. Anyone can cook.
Wie viele Leute habe ich in Werbeagenturen kennengelernt, die einmal mit Begeisterung geschrieben haben, gelesen, gemalt, ein Musik Instrument gespielt haben und dann einem Anton Ego begegnet sind, der ihnen die Cojones abgeschnitten hat. Wie vielen Leuten hat man die Freude an der Arbeit genommen, weil man ihre Kreativität und ihren Ausdruck hat verkümmern lassen. Und sie haben das zugelassen. Da kann ich nur sagen, erobern wir den Raum zurück. Anyone can cook.

Sonntag, 7. Dezember 2008

Die Mauer muss weg


Ken Livingstone, ex-Bürgermeister von London gilt als einer der bedeutendsten Förderer des kreativen Londons. Er hat als einer der Ersten die Bedeutung von Kreativität als Wirtschaftsfaktor erkannt und so dem kreativen Boom zu mehr Nachhaltigkeit verholfen. Als Ursache und Antrieb von Kreativität hat er die kulturelle Vielfalt von London erkannt.
„The core of our cultural and social policy for the last eight years has been clear and simple – whatever our origins, whatever we want to do with our lives, whatever music we like or what we want to eat, we are all Londoners. Whatever our backgrounds –old or young, Christian, Hindu, Jew, Muslim, British, Asian, African, male or female, straight or gay – there is a great sense of being Londoners.“ Heute gilt London als kreatives Mekka für eine ganze Reihe von Branchen, die Musikindustrie, die Filmindustrie, die Werbung, die Mode, ja selbst die Gastronomie.

Die Schweiz hat ebenfalls ein gewaltiges Potential an kultureller Vielfalt. Doch es ist nicht gelungen, dieses Potential wirkungsvoll in kreative Energie umzuwandeln und als Wirtschaftsfaktor zu nutzen. Die Schweiz steht für Perfektion, Pünktlichkeit, Sauberkeit, Fleiss, Sorgfalt, Geld. Diese Werte gelten geradezu als Bauplan für unsere Lebens- und Verhaltensweise. Sie bilden die Grundlage für Politik und Erziehung. Im Einklang und in Wechselwirkung damit ist unser Wirtschaftsgebilde entstanden; die Banken, die Maschinenindustrie, Pharmaunternehmen, Uhrenindustrie.
Woher kommt es, dass trotz der besten Talente und guter Voraussetzungen der kreative Boden in der Schweiz so steinig ist? Fehlt uns ein Ken Livingstone? Was wäre, wenn charismatische Menschen wie Christoph Blocher sich statt für Ausgrenzung für kulturelle Dynamik stark machen würden, für Kreativität und Kunst. Oder noch besser, wenn eine breite Bewegung entstünde, die wie 1989 in Deutschland die Mauer zum Einsturz brachte.

Dann würde die Schweiz vielleicht zum Zentrum für Mode und Design statt nur gerade Produktionsstandort für erstklassige Qualitätstextilien. Dann wäre die Schweiz vielleicht ein internationaler Entwicklungsstandort für Werbung und würde im gleichen Atemzug genannt, wie London, Hamburg und New York. Dann hätten wir eine Filmindustrie, die international Zeichen setzen würde.

Ist dies möglich? Kein Zweifel, aber es braucht etwas Zeit und Ausdauer und Leute die sich dafür engagieren. Kultur und Kreativität darf nicht mehr nur das Anliegen einiger weniger Institutionen sein, wie der Kulturförderung. New-Ecology stellt sich in den Dienst einer Bewegung, bei der es darum geht, neue Energiequellen zu erschliessen. Und die grösste nachhaltige Energiequelle ist nun mal die Kreativität. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass wir die kulturelle Vielfalt nutzen, statt sie einzudämmen. Wir haben uns einiges Vorgenommen. Die Mauer muss weg – dafür engagieren wir uns. Dafür setzen wir uns ein.

Mittwoch, 26. November 2008

Kreativität als die nachhaltigste Energiequelle


Mehr Konsum, mehr Dinge, mehr Entertainment, mehr Mode. Dieses "Mehr"  ist der Antrieb der Old Economy. Ich möchte dies nicht verteufeln. Zu lange habe ich als Werber von der Sehnsucht nach Objekten und Dingen gelebt. Zu sehr bin ich Teil dieser Konsumwelt. Aber gleichzeitig ist dies auch die Ursache von Krisen und Unzufriedenheit.

In der New Ecology wollen wir noch andere Kräfte mobilisieren, die mehr Freude, mehr Anerkennung, mehr Vergnügen schaffen. Ich denke an die nachhaltigste aller Energiequellen; Die Kreativität. In der Old Economy ist Kreativität Domäne der Künstler und Profis. Ihre Herkunft, ihre Geschichte hat sie diese Fähigkeit perfektionieren lassen. Alle anderen lassen ihre Kreativität häufig verkümmern.

Sie verzichten damit auf  das Vergnügen schöpferisch zu sein. Die gilt auch fürs Geschäftsleben. Wie häufig habe ich Kundensitzungen erlebt, wo man Kreativität delegiert, wie einen Fremdkörper behandelt oder manchmal wie einen Virus, den es gilt in Griff zu kriegen. Auf der anderen Seite habe ich den Power und Erfolg von Unternehmen gesehen, die Kreativität bei ihren eigenen Mitarbeitern fördern, sie in den Prozess einbeziehen,  statt das Schöpferische ausschliesslich an  professionelle Kreative zu delegieren.